Auf der Tech Day-Agenda: Ganz viele IT-Themen rund um AI. Bei der Einführungs-Keynote von Geschäftsführer Tim Mois ging’s um Disruption, um die KI-Welle und um die großen Chancen, die sich daraus ergeben.
Von Zeit zu Zeit zieht es uns bei sipgate grüppchenweise weg von unserem schönen Campus. Um mal in einer anderen Umgebung zusammenzukommen. Um sich mal als relativ homogene Gruppe mit der gleichen Rolle zu treffen. Um mal fokussiert und mit ähnlicher Perspektive auf Dinge zu blicken und sie zu diskutieren. So geschehen beim sipgate Festival mit allen, die bei sipgate als Entwicklerinnen und Entwickler arbeiten. Für einen ganzen Tag gab’s einen Tapetenwechsel und rund 100 Menschen, die bei sipgate die Tech-Rolle innehaben, kamen zum Tech-Day in den Design Offices Düsseldorf Fürst&Friedrich zusammen.
Der Tech Day ist wie unsere Open Fridays als Open Space-Format angelegt. Menschen bringen ihre Ideen für Sessions und Slots mit. In diesen kommt man in bunt gemischter und loser Runde zusammen. Und diskutiert, probiert aus, bespricht, hört zu, regt an.
“Will ich aktiv oder passiv dabei sein?”
Nach dem gemeinsamen Frühstück ging’s mit der Keynote unseres Geschäftsführers Tim los. Die war – in Zeiten wie diesen keine große Überraschung – mit Wandel und Disruption überschrieben. Allerdings im sehr positiv ausgelegten Sinne. Denn Disruptionen, so wie sie zum Beispiel gerade beim KI-Boom stattfindet, bringen ja auch immer neue, spannende Dinge zum Vorschein. Und sorgen für Bewegung und Produktivitäts-Booster. Den aktuellen KI-Hype sieht Tim auf einem Niveau mit der industriellen Revolution und der Erfindung von Dingen wie Dampfmaschine, Schreibmaschine und Computer. Die Lehren aus der Geschichte: Disruptionen haben immer dafür gesorgt, dass Jobs verschwunden sind. Das passiere auch gerade wieder. “Aber”, betont Tim, “sie haben nie dafür gesorgt, dass weniger Menschen in Beschäftigung waren.” Disruption ließe einem keinen Wahl, ob man teilnehmen möchte. Das tue man so oder so. Die einzige Frage dabei: “Will ich aktiv oder passiv dabei sein?” Für uns als innovative Tech-Company mit Tech-affinen Kunden gilt das im Besonderen. Also haben wir uns schon vor vielen Jahren entschieden, aktiv mitzugestalten. Erst mit einem Labs-Team, das Dinge im KI-Kontext ausprobiert. Und mittlerweile mit einem Produktportfolio, einem Stack und einem Workflow, aus dem KI überhaupt nicht mehr wegzudenken ist.
KI als Gravitationsfeld
Etliche Gespräche mit Kollegen haben auch Tim Mois in einer Annahme bestärkt: Aktuell müssten alle Geschäftsmodelle durch eine Art Gatter, ein “Gravitationsfeld”. Danach ginge es für die Firma entweder nach oben oder nach unten. Ein grundsätzlich großer Vorteil und eine große Errungenschaft bei sipgate: Wir machen ganz viele Dinge selber. Gerade in der Infrastruktur betreiben wir extrem viel selbst – vom Server über das Netzwerk bis zum Kunden (LLM/AI Workloads mal ausgenommen). Dazu kommt laut Tim: sipgate ist mit seinem innovativen Ansatz, der eigenen Plattform, der Tatsache, der Datenhoheit, der KI-Abdeckung im täglichen Arbeiten, dem Tech-Stack, dem eigenen Design-System, dem geballten Wissen in der Firma, den besseren LLM-APIs und den vielen Experimenten, die laufen, eindeutig auf dem Weg nach oben. Das würden auch Unternehmensberater mit Blick auf sipgate genau so sehen. Das Ziel laute, eine AI-Native Company zu werden. “Und das”, ist sich Tim sicher, “wird ein Riesen-Spaß”.
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Agentic Coding
Wenn man über AI im Tech-Kontext redet, landet man schnell bei Agentic Coding. Claude Code & Co. haben in den vergangenen Monaten für einen kompletten Shift in Sachen Code schreiben (lassen) gesorgt. Das, so berichtet es sipgate Tech Lead Krischan Dickel, sieht man zum Beispiel exemplarisch gut an einem seiner Teams, bei dem seit Beginn des Jahres eine Steigerung der Velocity von rund 30 % im Vergleich zur Baseline zu beobachten war – ein Produktivitäts-Sprung, der durch keine andere technische Neuerung der vergangenen Jahre je erreicht wurde.
Bei all der Freude über gesteigerte Geschwindigkeit und Produktivität ist sipgate aber auch bewusst, dass gerade jetzt in Zeiten von Agentic Coding auch viel Kontext benötigt wird. Und so wird es in Zukunft bei uns Engineering Standards in Form von ADRs (Architecture Decision Records) geben. Wie die genau ausgestaltet werden, wie Zuständigkeiten und Verbindlichkeiten aussehen werden, welches Team welche Ownerships übernimmt und was es in Vorbereitung auf die Implementierung noch zu tun gibt – darüber diskutierte die Tech-Bubble im Anschluss an Krischans Keynote ausgiebig in und außerhalb der Slots.
nautilus all over
Den Stand der Dinge in Sachen Migration der Services auf unsere neue Plattform nautilus hatte Tech Lead Tristan Leo auf seinem Zettel. Und er hatte viel Positives zu vermelden. 2014 wurde bei sipgate Software noch manuell per SSH auf physische Server deployed. Später kamen Ansible und Docker, was über Jahre zu einer sehr fragmentierten, schwer zu wartenden Deployment-Landschaft geführt hat.
Seit 2019 war klar, dass ein Neustart nötig ist. Nach vielen Experimenten entstand Anfang 2023 nautilus – seitdem die erste wirklich einheitliche Kubernetes-Software-Deployment-Plattform bei sipgate. Neben den über 60 “nautilus Native Services” laufen mittlerweile weit über 300 Services auf der neuen Plattform. Und auch hier kommt Claude Code wieder ins Spiel. “Denn das hat den Migrations-Prozess enorm beschleunigt. So wurden alleine 80 Services in den vergangenen neun Monaten migriert – ein Großteil davon in den vergangenen zwei Monaten”, erzählt Tristan. Das Ziel hinter nautilus ist klar: Teams sollen sich vollständig auf fachliche Arbeit konzentrieren können. Deployment, Scaling, Datenbankmanagement, Routing, Alerting und Netzwerksicherheit übernimmt die Plattform. Drei große Baustellen laufen aktuell: Storage-Standardisierung und die Einführung von Zero-Trust und High-Bandwith-Networking.
Und sonst so?
Slots, Slots, Slots. Ganz viele davon. Spannende Vorträge, Gespräche, Diskussionsrunden, Experimente. Über neue Arbeitsmodi, über Story-Arbeit in AI-repositorys, über Security und auf Abwege geratene Claude-Instanzen, über ADRs im App-Web, über AI und Heim-Infrastruktur, über die neue Plattform, Monitoring, Alerting und über die Arbeit des AI-Tech-Teams und den aktuellen Stand bei LLMs, SCM und TTS. Auch das Thema Redundanz und Rechenzentrums-Strategie wurde ausführlich besprochen. Insgesamt also ein Tag vollgepackt mit spannenden Themen und ganz viel Input aus den verschiedensten Richtungen. Das hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Und: Das gibt es schon ganz bald wieder. Nämlich beim nächsten sipgate Festival im zweiten Quartal des Jahres…
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